Anfangen
Semesteratelier Herbst/Winter 2010/11 am Literaturinstitu Biel HKB

Was ist der Keim einer Geschichte? Fallen Schreibideen vom Himmel?
Im 1. Schreibatelier ihres Bachelorstudiums ‹Literarisches Schreiben› entwickeln die Studierenden eine gesteigerte Aufmerksamkeit für das Schreiben. Notieren ist im Alltag verankert. Sie sind in der Lage, kleine Notizen zu variieren, sie zu verändern, zu erweitern und aus ihnen kurze Prosatexte zu entwickeln. Sie haben gelernt, wie man Textentwürfe überarbeiten kann. Sie haben verschiedene Schreibperspektiven und Erzählpositionen im eigenen Schreiben erprobt und können diese in literarischen Texten erkennen. Sie haben sprachlich-gestalterische Stilmittel erprobt und sind in der Lage, in eigenen und fremden Texten die zentrale Frage zu beantworten: Mit welchen Mitteln arbeitet ein Text?
Welchen Sinn machen Notizbücher? Wie entwickelt sich eine Notiz weiter? Wie mache ich Notizen fruchtbar? Finden und erfinden.
Aller Anfang ist leicht: Die Möglichkeiten im Beginn.


– Im Anfang war –

Herbst-Semesteratelier 2009/10
Studiengang ‹Literarisches Schreiben› am Schweizerischen Literaturinstitut Biel der Hochschule der Künste Bern (HKB).

Anhand eigener Texte und mittels Beispielen aus der aktuellen, deutschsprachigen Literatur setzen sich die Studierenden des ersten Semesters mit dem Thema ‹Anfang› auseinander: Erste Sätze und ihre Verortung. Wo und wie erste Sätze einsetzen und welche (Zeit)Räume sie öffnen. Wie Figuren herein schneien und zu sprechen beginnen. Was im Anfang angelegt ist. Die Studierenden verfassen Kurztexte und erfahren, unter welchen Aspekten man sie betrachten und diskutieren kann. Sie führen ein Logbuch mit Notizen, Beobachtungen, Bewegungen und Lektüreberichten.
Jede Geschichte hat ihre Vorgeschichte, sagt Peter Handke.
Der erste Satz und was vor dem ersten Satz ist. Den Anfang machen und warum der Anfang oft nicht der Anfang ist. Mit schreiben beginnen. Das Moment des Beginns – und was davor steht. Schreiben organisieren. Notieren, schauen, horchen und üben. Sätze machen und Sprünge und im Satzbau landen. Das thematische Zentrum des Ateliers schreibend: Möglichkeiten erproben, einen Prosatext zu beginnen. Lesend: Was Autorinnen und Autoren über ihre ersten Bücher und ihre literarischen Anfänge sagen.

Text basic

Die beiden Module Text basic und Text advanced richten sich an Studierende der visuellen Kommunikation (VisKom), der Kunst und der Vermittlung in Kunst und Design (VKD).
Im Zentrum des Seminars stehen die Lektüre und die Reflexion literarischer und so genannter Gebrauchstexte. Untersucht wird, mit welchen Mitteln ein gestalteter Text arbeitet und wie er welche Wirkung erzeugt. Die Antworten entstehen in Form eigener Texte zu einem bestimmten Thema. Verschiedene Schreibübungen und Recherchen regen dazu an, mit sprachlichen Gestaltungsmitteln bewusster zu arbeiten. Die eigene Sprache wird zum Experimentierfeld.

Text advanced

Im Zentrum des Seminars stehen Lektüre und Reflexion literarischer und eigener Texte. Es geht um Themen wie: Verhältnis von Inhalt und Form; Wirkung bewusst eingesetzter Stilmittel; Text und Subtext. In der eigenen Textarbeit steht das Notizbuch im Zentrum. Wie entsteht aus Notizen ein Text, der überzeugt? Notieren, skizzieren, entwerfen, verwerfen, überarbeiten, kürzen: lauter Arbeitsgänge, die Übung erfordern.

  Website: Nina Stössinger

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